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Licht

Ein Sachverständiger muss seinen Wissensstand deutlich über dem Durchschnitt seiner Berufskollegen halten. Manche gehen über diesen Status noch hinaus: Sie halten ihr Wissen nicht nur aktuell, sondern entwickeln dieses und ihr Können nochmals weiter und werden damit zu herausragenden Experten für ein Fachgebiet. Diese Entwicklung wird meist dadurch angestoßen, dass man sich mit bestimmten Gegebenheiten auseinandersetzen will oder muss und sich mit bisherigen Erkenntnissen nicht zufrieden geben kann. Dann aber entsteht der Wunsch, diese Errungenschaften einer breiteren Öffentlichkeit mitzuteilen.

Eine Vorbemerkung: Wissen, das geteilt wird, wächst!

Die Weitergabe von Informationen bewirkt einen mehrfachen Nutzen: Natürlich hilft sie zuallererst einmal dem Empfänger, der die Informationen aufnimmt und in seine „Wissens-Datenbank“ als willkommenen Zuwachs eingliedern kann. Zum andern hilft sie auch dem Geber, wenn er Rückmeldungen bekommt, sei es durch Fragen, Kommentare, Diskussionen etc., die wiederum den eigenen Wissensstand erhöhen.

Dem gegenüber steht genau die entgegengesetzte Denkweise, die ihr eigenes Wissen geheim halten will. Der Grund liegt meist darin, dass sie fürchtet, bei Weitergabe die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, weil Mitbewerber sich dieses Wissen für ihre Zwecke nutzbar machen könnten. Das wird wohl dann zutreffend sein, wenn es sich um einzigartiges Schlüsselwissen handelt. Aber auch dann wird sich eine Form wählen können, die Interesse weckt, ohne gleich ans „Eingemachte“ zu gehen und „Betriebsgeheimnisse” weiterzugeben.

Wenn sich Wissen vertieft

Doch zurück  zu unserem eingangs erwähnten Experten. Wenn sich sein Wissen sosehr vertieft, dass es in der gegebenen beruflichen Umwelt nicht nur einzigartig ist, sondern für Kollegen, aber auch für weitere Kreise der Öffentlichkeit wertvoll und nutzbringend sein kann, dann wäre es äußerst schade, ja geradezu verantwortungslos, mit den neuen Erkenntnissen nicht publik zu werden.

Zum Glück für die späteren Nutznießer wird der Experte in einer derartigen Situation von sich aus bemüht sein, dieses Wissen „auf den Markt“ zu bringen. Diesem Bestreben steht aber nicht nur die Tatsache entgegen, dass sich Produkte – und auch Wissen ist ein solches – nicht von selber verkaufen, sondern auch das Problem, das richtige Publikum und dafür die richtige Plattform zu finden. Dazu kommt noch, dass der Experte nicht zwangsläufig ein guter Verkäufer seiner Ideen sein muss.

Der Weg zum Vordenker

Was er aber hingegen bereits erwiesenermaßen haben wird: Ausdauer. Denn ohne die wäre er nie in die Position als außergewöhnlicher Wissensträger gekommen. In letzterer findet er auch die Gelassenheit, offen zu bleiben für jene passenden Gelegenheiten, die ihm erlauben, mit seinen Anliegen in seiner künftigen Zielgruppe Fuß zu fassen. Dazu kommt noch kompromisslose Standhaftigkeit und Geradlinigkeit, was seine Überzeugungen betrifft.

Entscheidend ist aber, dass er sich Schritt für Schritt ein für ihn geeignetes System an Medien schafft, über das er regelmäßig mit seiner Zielgruppe in Verbindung kommen kann. Das kann etwa damit beginnen, dass er einen regelmäßigen Blog einrichtet und darin sein Spezialwissen so aufbereitet, dass es das Interesse der Zielgruppe weckt. In weiteren Schritten kann er etwa Vorträge, Seminare oder Workshops anbieten, auch online, Zeitungsartikel verfassen, Bücher schreiben etc., den Möglichkeiten sind ja heutzutage kaum Grenzen gesetzt.

Sich als Vordenker etablieren

Dass auch das einen langen Atem erfordert und mitunter auch mühsam sein kann, wird einen Experten auf dem Weg zu einem Vordenker nicht abschrecken. Denn in diesem Prozess der allmählichen Etablierung wird er sein erarbeitetes Wissen ständig erweitern und festigen. Er wird sich in keiner seiner neuen Erkenntnisse mit Behauptungen und Mutmaßungen zufrieden geben, sondern seine Expertise sorgfältig durch belegbare Tatsachen und wissenschaftliche Erkenntnisse absichern.

Wenn der Experte seine Zielgruppe in großem Maß erreicht und auch sein originales Wissen in höchstmöglicher Weise abgesichert hat, fehlt der letzte Schritt zur Anerkennung als Vordenker: Sein Wissen muss gesucht und nachgefragt werden.  Das bedeutet zugleich, dass er erwarten darf, ja sogar darauf bestehen muss, dass seine Tätigkeit als Wissensvermittler in gerechtem Maße honoriert wird. Ein gutes Honorar ist das beste Zeichen einer hohen Wertschätzung und auch hier gilt die alte Regel, dass nichts wert ist, was nichts kostet.

Fazit

Fassen wir zusammen: Ein Vordenker ist ein Experte, der sich über lange Zeit jenes originale Wissen erarbeitet hat, das ihn in seiner Zielgruppe einzigartig macht, der in der Zielgruppe und der Fachwelt weithin anerkannt und gesucht ist und dessen Wissen geschätzt und honoriert wird. Der Weg dorthin mag lang und fordernd sein, aber ein Vordenker erfüllt einen wertvollen Dienst an seinen Mitmenschen, der ihm selber Freude und Erfüllung bringt.

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